kleiner CH-sprachführer

Veröffentlicht: Juni 9, 2009 in bildung, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, medien, reda, sinn, stil, zürich

also, es gibt im schweizerdeutschen worte, die man unbedingt kennen muss. sowohl die aussprache wie auch die bedeutung. heute helfe ich euch ein wenig:

– Gopf! (kurz und hart ausgesprochen, vermittelt leichten ärger, abhängig von der lautstärke. ist retro ch-deutsch)

– Goooopf (lang und weich ausgesprochen, soll nachhaltige entäuschung ausdrücken, mit der betonung aufs ende wird die enttäuschung stärker, retro)

– imfall (auch „Im Fall“ oder „‚Mfall“, drückt leichte belehrung aus, betont die unwissenheit des gegenübers, je kürzer die erste silbe, desto dümmer der gesprächspartner, am satzende eingesetzt)

– Weisch, … (vermittelt leichte arroganz und belehrung. wird gerne im raum zürich gebraucht, wird vorwiegend als einleitung für einfachste erklärungen eingesetzt)

– Los, … (siehe „Weisch, …“)

– und pipapo (ersetzt eine aufwendige aufzählung im sinne von et cetera)

– (oh du) verbrännti zeine! (ist absolutes kult-retro-ch-deutsch, vermittelt massive überraschung und ungläubigkeit, kann nur von leuten über 40 überzeugend angewandt werden)

– siech! (je nach wertung mit „blöde“ oder „geile“ ergänzt. bedeutet „herausragender mann“. ohne ergänzung vermittelt es überraschung über das verhalten des männlichen gegenübers, ebenfalls retro)

– griite (weibliche person, nicht wertend, spezifikation durch ergänzungen wie „porno-„, „party-„, „verlags-“ oder „büro-„)

– heini (männliche version von „griite“, siehe oben erwähnte ergänzungen)

so, das wars mal für den anfang…

bald gibts einen führer für die absolut verbotenen ausdrücke wie „fresh“, „eazy peacy“ und all den scheiss.

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Kommentare
  1. Katja Walder sagt:

    Ich möchte „siech“ nich relativieren. Es gibt auch (tami-)siech! Das hat dann aber grad gar nichts zu tun mit überraschung über das verhalten des männlichen gegenübers.

  2. Thommen sagt:

    ALSO = pass auf und hör mir gefälligst zu! 😉
    Darauf kann etwas interessantes oder auch langweiliges folgen…

  3. silvia tschui sagt:

    Also, los: „(schnäll)wie’s bisiwätter“ ist mindestens so schön grospappi-retro-mässig wie die angekohlte zeine! imfall!

  4. Cyrill sagt:

    Züri-Slängikon, Retro-Edition 😉

    Da kommen auch wieder Kindheitserinnerungen auf:
    „paperlapapp“ (was Du nicht sagst / was war das für ein Blödsinn den Du da gerade gesagt hast).

  5. die frogg sagt:

    „o Du verbrännti Zeine…“ kommt von grossartigen Kasperli-Langspielplatten, die wir Kinder von anno dazumal hatten, im Fall!

  6. Kathy sagt:

    Ich würde noch „Gumsle“ beisteuern. Und „Wöschwiib“ 🙂 ultraretro..

  7. Andreas Cahen sagt:

    Du hast ein wirklich wichtiges Wort vergessen.. „Schampar…“ Imfall…

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