Kunst als Arbeit

Veröffentlicht: September 28, 2014 in Uncategorized

Held-der-Arbeit

Kunstszene Zürich, wie sie sein sollte

6.30 Uhr, die Sirene dröhnt, ich muss aufstehen, richtiges Frühstück mit Früchten und Ballaststoffen, Frühsport.

Beim Duschen vertrödle ich zu viel Zeit, muss auf den Bus rennen. Im Kopf schwirrt schon die Tagesaufgabe. Thema: „Frühlingsgefühle“, Farben sind frei, der Kunde wünscht sich „positives Lebensgefühl“ für seine Gebäude. Vier Gemälde sind bestellt, und der Abteilung Plastiken & Bildhauerei“ hat er ebenfalls zwei Aufträge erteilt. Grosser Kunde, und mein Chef scheint ihm bis zum Dickdarm in Hinter zu stecken. Das innere Bild entlockt mit ein süffisantes Grinsen, so dass ich beinahe die Haltestelle verpasse.

Wir treffen uns vor dem Tor, die Kollegen und ich, rauchen noch eine Zigarette, lästern über Vorgesetzte und Kollegen. Dann fassen wir Farben und Arbeitsklamotten und gehen in die Ateliers. Wenigstens müssen wir die Räume nur zu zweit nutzen, die Kollegen beim grossen Konzern haben jetzt Grossraumateliers, ohne festen Arbeitsplatz. Geteilte Staffeleien. Da würd ich wohl meinen Job hinschmeissen.

Überhaupt sind wir hier, in unserem mittelständischen Kunstbetrieb ziemlich frei. Wir können selbst einteilen, wann wir effektiv produzieren oder uns Inspiration suchen. Natürlich hält der Vorarbeiter ein Auge drauf, dass wir nicht den ganzen Tag Löcher in die Luft starren, aber er ist in Ordnung.

Ich setze mich hin, lege Pinsel bereit, mische fürs Thema «Frühling» einige Farben. Ich hole Kaffee und setze mich vor die leere Leinwand. Versuche, mich nicht von Michael, der gerade einen Akt für ein grosses Einkaufszentrum malen soll, ablenken zu lassen. Hm, «Frühling». Vielleicht ein paar Vögel, Blüten und so. Darf aber nicht zu banal werden. Unsere Firma ist für ihre überraschende Kunst bekannt. Ich denke an etwas Modernes: Motorroller, wehender Schal, junge Frau, alles auf einem Landweg durch eine blühende Wiese. Im Vordergrund , Ecke, ein Schmetterling in den Farben des Kundenunternehmens. Das Mädchen lacht über die Schulter, der Roller leuchtet rot. Alles etwas überplastisch, um diesen Lollypop-Effekt, die Überzuckerung in die Atmospäre einfliessen zu lassen.

Die Idee steht und ich fasse nach meinem Pinsel für die Grundierung. Erst da merke ich, dass die Mittagspause in zwei Minuten beginnt. Und wer zu spät kommt, kriegt in der Kantine nur noch die Fleischgerichte, alle Vegimenüs sind dann bereits weg.

Ich schleiche mich mit meiner Stempelkarte zum Ausgang und will so gleich beim Leuten der Mittagssirene die Karte im Schlitz haben. So kann ich für mich und Angela, die in der Aquarell-Abteilung arbeitet, unser Vegiessen holen und einen Platz am Fenster reservieren.

Basel III und der sichere Stand

Veröffentlicht: Juli 27, 2014 in Uncategorized

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

wir leben in einer sich immer schneller verändernden Welt. Sichere Werte, wie sie noch unsere Grosseltern kannten, zum Beispiel Immobilienwerte oder Staatsanleihen, zerfallen und zerfielen in den letzten Jahre ohne Warnung vor unseren Augen. Grossbanken, unsere Geschäftspartner, fielen wie vom Blitz niedergestreckt und gefährdeten durch die globale Vernetzung nicht nur unseren Profit, sondern unsere Existenz.

«Haftung» ist eines der Schlagworte, die uns in den letzten Jahre in und nach der Krise das Blut in den Adern gefrieren liessen. Es ist Eines, Haftung für das eigene Handeln übernehmen zu müssen. Etwas Anderes ist es, die Haftung für die Fehler anderer zu übernehmen. Die Gefahr des Kapitalmarktes des 21. Jahrhunderts liegt nicht im eigenen Risikomanagement, sondern in der erreichten Verflechtung unserer Kapitalmärkte.

Ich muss Ihnen, werte Eigentümerinnen und Eigentümer, den Markt, in dem wir aktiv sind, nicht erklären. Wir schaffen Werte, in dem wir in Wachstum investieren. Doch der Markt hat sich verändert. Inzwischen schaffen wir Werte, in dem wir zu erwartenden Wachstum in in zu erwartenden Wachstum investieren.  Dass dies kein stabiles Konzept mehr ist, haben uns verschiedene Studien und vor allem die Abschreibungen der letzten zehn Jahre bewiesen.

Wir, als Geldinstitut, sehen aus wie ein übergewichtiger Riesen, die auf einem dünnen Bein steht. Und im Geldmarkt stützen wir uns auf andere übergewichtige Riesen, die ebenfalls keine stabile Position halten. Stürzt einer, kann er alle anderen mitreissen.

Früher war der exzellente Ruf unseres Instituts gewichtig genug, um uns Halt zu geben und uns auch in schwierigen Zeiten Sicherheit und Stabilität zu garantieren – und damit Schutz für für unser Überleben. Mit der Krise und dem Beinahe-Fall der beiden grössten Player auf dem Markt, UBS und CS, ist diese Sicherheit verschwunden. Unsere Branche hat Glaubwürdigkeit eingebüsst, und dieser Schwund an Vertrauen wirkt sich auf jede einzelne Bank aus. Unsere Branche ist zur Zeit an einem Vetrauenstiefpunkt. Und dieses Vertauen holen wir uns nicht einfach nur mit guten Bilanzen zurück.

Wir könnten uns jetzt natürlich jammernd an die alten Werte klammern und uns gemeinsam mit den anderen Instituten gegen eine Kapitaldecke von 19 % (10% in harten Werten, 9 % in Anteilen) wehren. Kurzfristig wäre das für Sie wohl die profitablere Lösung, weil wir weiterhin keine Abstriche an der Dividendenausschüttung machen müssten.

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, unser Institut hat nicht über mehr als ein Jahrhundert Gewinne eingefahren, weil wir uns an Althergebrachtes hielten, sondern weil wir flexibel genug waren, um der sich stetig verändernden Realität des Marktes zu begegnen. Unsere Philosphie war immer, die Zukunft unseres Geschäfts zu sichern. Wir gehen gerne Risiken ein, aber nur solche, denen wir auch begegnen können.

Wir müssen uns eine Eigenkapitalquote von 19 % oder mehr zulegen. Nicht weil der Gesetzgeber das so will, sondern, weil es für das sichere Weiterbestehen unseres Instituts, und damit für unsere Gewinne, unabdingbar ist. Wenn wir in den 80ern und 90ern des letzten Jahrhunderts im luftleeren Raum Werte generieren konnten, war das sicher sehr bequem. Die Bedingungen im Markt haben sich aber verändert. Wir brauchen jetzt einen festen Stand, das heisst, einen Eigenkapitalboden, der das Überleben garantieren kann, der uns wieder Vertrauen und einen guten Ruf einbringt. Beides Werte, die uns im Konkurrenzkampf Vorteile verschaffen und uns unabhängiger machen. Und, wohl das Wichtigste, damit wir die Konsolidierung des Kapitalmarktes, wie er uns mit der verschärften Globalisierung in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren ins Haus steht, überleben. Wir werden auf beiden Beinen stehen und uns wehren können, wenn die anderen fallen oder gefressen werden.

Wir klammern uns nicht an der goldenen Vergangenheit fest, das war nie unsere Politik. Wir sorgen dafür, dass wir einer goldenen Zukunft entgegenschreiten. Das ist unsere Stärke, das ist unser Vorteil auf dem Markt.

In diesem Sinne:

Vielleicht werden Sie in den nächsten fünf Jahren einen Dividendenrückgang im einstelligen Prozenpunktebereich hinnehmen müssen, liebe Eigentümerinnen und Eigentümer. Aber diese geringe Investition garantiert Ihnen, dass Sie in zehn Jahren mit Sicherheit noch immer eine Dividende erhalten, an der Sie sich erfreuen können.

Herzlichen Dank.

Geschützt: Schreiben

Veröffentlicht: Juli 25, 2014 in Uncategorized

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So siehts dann im Mittelstand aus, wenn wir die 1:12-initiative annehmen, ich schwör!

So siehts dann im Mittelstand aus, wenn wir die 1:12-Initiative annehmen, ich schwör!

«Aber all die Firmen wandern ab, wir verlieren jeglichen Standortvorteil!»

Das mit der Standortflucht ist ein billiges Angstargument. Der Standort wird nur dann gewechselt, wenn die Gewinne darunter leiden würden. Die GEWINNE, nicht die Löhne. Wieso sollten sonst Grossfirmen in BILLIGLOHNLÄNDER abwandern. Die Firmen sind nicht hier, weil sie hier so hohe Managerlöhne zahlen dürfen, die Firmen sind hier, weil sie die geilste Infrastruktur weltweit haben. Wohin abwandern? Lichtenstein? hihi. EU? Klar, sofort. Vielleicht sogar direkt nach Deutschland oder England. Mhm. Die Steuersituation in diesen Ländern mal angesehen? Abgesehen mal von der Lebensqualität für die Topleute. USA? chrchrchr. China? Jaja, jeder Topmann weltweit wünscht sich, in Schanghai oder in Pejing oder noch besser, in einem chinesischen Multiindustriekomplex, zu leben.

Nun ja, wie gesagt, die Managerlöhne sind nicht der Grund, wieso Firmen in der Schweiz sind. Und ehrlich, wenn dies ein Grund ist, seine Firma in der Schweiz nicht anzusiedeln, dann ist die Schweiz ein ziemlich erbärmlicher Standort.

Dann noch was: Wir leben in der Gesellschaft, die wir verdienen. Wenn wir uns in die Hosen scheissen und zu feige sind, ethische Grundsätze einzufordern, haben wirs nicht anders verdient. Wenn ihr, liebe Gegner, bereit seid, ethische Prinzipien für Geld von grossen Firmen ficken zu lassen, dann mag das euer Idealbild der Gesellschaft sein, in der ihr leben wollt. Meines ist das nicht. Wenn das für mich heisst, ich muss mehr Steuern zahlen, um diese Arschlöcher los zu sein, jä nu.

und was die zusätzliche Administration angeht: Die Firmen müssen zwei (in Zahlen: 2) Informationen liefern. Welche? Na? Na? Na? Genau: Den höchsten und den niedrigsten Lohn, thats it.

Arbeitsplätze wirds uns höchstens im gehobenen Segment kosten, weil die normalen KMUs einfach nicht von 1:12 betroffen sind.

Ihr, liebe 1:12-Gegner, verbreitet Angst, weil ihr keine Argumente habt. Ihr lügt nicht mal, ihr denkt Dinge einfach nicht zu Ende.

1:12-Initiative: Ein einfaches Beispiel

Veröffentlicht: Oktober 24, 2013 in Uncategorized

Darum gehts nicht: Geld

Darum gehts nicht: Geld

1:12-Initiative – Keine sozialistische Wohltat, aber auch keine wirtschaftliche Katastrophe: Ich versuche, mit einfachen Beispielen zu arbeiten, die auch sozialistischen Revolutionären und egomanen Neoliberalen verständlich sein müssten: Eine Kindergarten-Szenerie.

In den letzten Wochen beobachtete ich die Diskussion zur 1:12-Initiative. Es wurden von beiden Seiten ziemlich obskure Argumente aufgeführt, von den Einen hört man, dass 1:12 das Ende der Schweizer Wirtschaft sei, die Anderen liessen verlauten, dass die Wirtschaft in der Schweiz dann plötzlich gerecht und fair werde. Dazu gabs dann noch jede Menge Dogma und Ideologie: «Weniger Staat!» oder «Nieder mit dem Kapitalismus!»

Beides so an den Haaren herbeigezogen, dass ich mir dachte, man muss den Leuten vielleicht an einem einfachen, selbst für Kommunisten und Neoliberale verständlichen Beispiel ziegen, wieso man für die 1:12-Initiative stimmen muss. Also hier eine Szene aus einem Kindergarten:

Zehn Kinder backen Guetzli. Einer kennt das Rezept, einer kann nur Mehl aufs Blech verteilen, die anderen teilen sich die Arbeiten vom Teig kneten bis zum Betrieb des Ofens. Es sind hundert Guetzli auf dem Blech. Als sie fertiggebacken sind, gehts um die Verteilung. Derjenige mit dem Rezeptwissen, der die anderen angeleitet hat, fordert nun mehr als die Hälfte aller Guetzli. Zwölfmal soviel wie der, der nur Mehl aufs Blech gestreut hat, dreimal soviel wie die Teigkneter und doppelt soviel wie die Ofenbetreuer. Das geht beim ersten Blech gut. Vielleicht auch noch beim zweiten Blech. Wenn sich aber beim Einen mit der Zeit Säcke mit Guetzli stapeln, während andere nur an einem halben, mit Sabber verschmierten Guetzli herumknabbern, gibts Unfrieden. Dann dauert es höchstens noch ein Blech, bis die einen dem anderen den Teiglöffel in die Fresse hauen. Bevor das geschieht, greift eine vernünftige Kindergärtnerin (in unserem Falle die Gemeinschaft) ein und verhindert grosses Geschrei und ausgestochene Augen, indem sie die Verteilung harmonisiert. In unserem Fall können wir davon ausgehen, dass die Dauer für ein Backblech rund zehn Jahren entspricht. Wir sind jetzt beim vierten Blech angekommen.

In der Schweiz haben wir seit Jahren einen stabilen sozialen Frieden, der nun langsam in Gefahr ist. Noch in den 80ern war das Verhältnis 1:12 in Grossunternehmen selbstverständlich. Die grosse Gier kam erst in den letzten 30 Jahren, als Lohnspirale, die ganz bestimmte Leute anzieht. Leute, die ihre eigene Leistung für so wichtig halten, dass sie sich das 20 bis 100-Fache aus dem Topf nehmen. Nun schauen wir uns die Leistung dieser Verantwortlichen in der Schweiz einmal an: Sie nehmen für sich in Anspruch, neue Arbeitsplätze zu schaffen, das Killerargument schlechthin. Stimmt, manchmal. Aber es sind auch die Leute, die ohne mit der Wimper zu zucken Arbeitplätze abschaffen, sollte der Gewinn (abzüglich ihrer eigenen horrenden Bezüge) nicht wachsen. Wenn mans genau anschaut, ist es sogar so, dass die ganz Grossen in den letzten Jahren weniger Arbeitsplätze anbieten, aber im obersten Kader immer noch höhere Löhne bezahlen. An Menschen, die denken, sie hätten das 100-fache des einfachen Arbeiters auch wirklich verdient. Ich denke, solche Leute brauchen nicht mehr Geld, sondern solide psychologische Betreuung. Die realen Arbeitsplätze schaffen die KMUs, die ihre Guetzli auch vernünftig verteilen.

In der Schweiz besitzt 1 Prozent der Bevölkerung mehr als die restlichen 99 Prozent. Das wird sich auch durch die 1:12-Initiative nicht ändern, so sehr die Juso das auch hofft. Soll es vielleicht auch nicht. Der Ansporn, reich werden zu können, birgt für viele die Motivation zu guter Leistung. Andere bringen ihre gute Leistung, weil sie ihre Arbeit lieben. Wieder andere bringen ihre Leistung, weil sie ihre verfluchten Rechnungen zahlen müssen, die Miete, die Kinderkrippe und sich vielleicht dann vielleicht sogar noch ab und zu einen Kaffee leisten können. Die 1:12-Initiative soll zeigen, dass sich nicht einige Wenige aus der Arbeit Vieler bereichern können. Und dass die Gemeinschaft, wir alle, da auch ein Auge drauf haben. Im Volksverständnis ist das bereits angekommen. So gibt es keine «Geiz ist geil»-Werbung mehr, dafür kann eine Supermarktkette mit der Einführung eines Mindestlohns für ihre Mitarbeiter werben.

Nun, die Gegner bringen dann oft das rein ideologische Argument der Staatsbevormundung. Wir sollen gefälligst den Leuten vertrauen, die so wichtige Entscheidungen in der Wirtschaft treffen. Eigenverantwortung sei gefordert, nicht Gesetze.  Nun ja, schauen wir uns die Wirtschaftsentwicklung in den letzten Jahren an, fällt es schwer, in Leute Vertrauen zu setzen, die sich mit beiden Händen bedienen (Vasella), die unsere Banken an die Wand fahren oder die Verbechern aus anderen Ländern helfen, ihre Kohle in Sicherheit zu bringen. Von den Finanzmarkt-Manipulationen mal ganz abgesehen. Freiheit? Ja, das kommt immer wieder als Argument. Glitzert so schön in Grossbuchstaben. Nur, Freiheit geht immer nur soweit, bis sie Anderen schadet. Und wie die wirtschaftliche Führungselite ihre Freiheit in den letzten Jahren genutzt hat, sehen wir ja an den wirtschafltichen und sozialen Folgen.

Die 1:12-Initiative wird die Gierigsten nicht in die Schranken weisen, die werden einfach kleine Einzelfirmen mit nur einem Angestellten gründen und sich das Geld über Beraterverträge holen. Die 1:12-Initiative wird aber auch nicht die Schweizer Wirtschaft gefährden. Die Abwanderungsdrohungen der Grossen sind eigentlich herzig. Sollen sie doch in die USA oder nach Europa und mit der dort vorhandenen politischen und gesellschaftlichen Infrastruktur arbeiten. Funktioniert super, wie wir in den letzten zwei Jahren mitverfolgen durften. Was das Geschrei wegen ausfallenden Steuern angeht: Kommt das nicht genau von den Leuten, die die Unternehmenssteuerreform II und die dadurch verursachten Steuerausfälle für eine gute Idee hielten? Das ist reine Heuchelei. Diese Leute scheren sich einen Dreck um Staatseinkünfte. Und für Steuern hats noch Platz, keine Angst.

Die 1:12-Initiative ist ein Zeichen, dass wir als bürgerliche Gemeinschaft noch funktionieren, dass wir ein Auge auf die Schwächsten UND die Stärksten haben. Dass unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht. Wer für sich mehr als seinen verdienten Teil abzocken will, soll sich künftig in der Öffentlichkeit mit seinen Tricks zur Umgehung der Gesetze blossstellen müssen. Er soll mit seinen Handlungen in die Welt herausschreien: «Ich bin viel mehr Wert als ihr Pfeifen!»

Mal schauen, wer das dann noch macht.

ertappt

Veröffentlicht: Oktober 15, 2012 in bildung, blogging, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, medien, reda, Satire, sinn, stil, terror, zürich

man sollte acht geben, was man schreibt. folgenden artikel aus der “Hauptstadt” hab ich heute wieder mal gelesen … ich erzähl euch jetzt nichts von meinen Hanfklamotten und meinen Einkäufen im Reformhaus…


Ehrlich, ich hab nichts gegen Emanzipation. Ich bin als Kind einer alleinerziehenden Mutter in den 70ern aufgewachsen. Ich bin einer dieser Männer, die bis 30 brauchten, um den inneren Softy zu überwinden und eine eigene Identität zu entwickeln. Trotzdem erstarre ich noch heute vor Ehrfurcht, wenn mir eine Kollegin sagt, sie schreibe für die „Emma“. Kein Witz.

Aber alles hat seine Grenzen. Unter Emanzipation verstand meine Mutter „die gleichen Rechte für beide Geschlechter“.

Jaha, Rechte, nicht die gleichen schwachsinnigen Attitüden. Es gibt schon genug Männer, die Statussymbole mit Stil verwechseln. Wieso müssen nun auch Frauen ihre Karriere wie eine Persönlichkeitsprothese vor sich hertragen? So wie Männer in den 50ern ihre Frauen als Deko benutzten, halten heut viele beruflich erfolgreiche Frauen ihre Kinder wie einen kleinen Zoo aus Gucci-Accessoirs. Sie wenden dieselben menschenverachtenden Managementstrategien an und verwechseln Erfolg mit Erfüllung. Sie wollten einmal die Machtverhältnisse ändern und endeten auf der dunklen Seite der Macht.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen erfolgreiche Frauen. Meine Frau hat sowohl einen höheren IQ als ich, wie auch eine einzigartige Stellung in der Wissenschaft – und wenn andere Männer in meinem Alter mit ihren 20 Jahre jüngeren Geliebten angeben, gebe ich mit meiner Frau an.

Was ich nicht verstehe, ist, wie es geschehen konnte, dass Frauen in ihrer Auflehnung gegen das Patriarchat an einem Punkt landen konnten, an dem einige von ihnen genaue Kopien der widerlichsten Machtmännern, ohne Persönlichkeit, aber mit riesigem Ego, werden konnten.

Oder ist es einfach so, dass die Revolution immer ihre Kinder frisst?

Die Revolution frisst ihre Kinder

Die Revolution frisst ihre Kinder