mädchen auslachen

heute war ich mit meiner nichte am see verabredet. meine nichte ist 22, blond, gut gebaut und rotzfrech.

sie wartet also an der pumpstation (in-cafe am see) auf mich. natürlich kriegt sie einen platz, wo die leute mich nur schief anschauen. zwei junge alpha-tiere in designerjeans und D&G sonnenbrillen rücken sogar zusammen, um platz für sie zu schaffen. ich komm also an, und die beiden heinis sabbern meine nichte an. sie springt auf und hängt mir am hals. die beiden typen schauen bereits etwas säuerlich (vielleicht, weil ich einfach besser aussehe :)) und rücken genau fünf zentimeter ab. dann kriegen sie mit, dass ich der gefährliche arabische onkel bin. weitere fünf zentimeter. dann kriegen sie mit, dass mich meine nichte fragt, ob ich nicht einen netten kollegen hätte, der nicht so ein eingebildeter arsch sei und sich gerne auf eine unkomplizierte sexgeschichte einlassen würde. die beiden typen rücken weitere zehn zentimeter (unabhängige frauen machen angst) aber sie sabbern dabei gleich den ganzen tisch voll.

ich überlege, wem ich nicht gerade beide beine brechen würde, wenn er meine nichte anfasst (jaja, die arabischen gene) und siehe da, mir kommt jemand in den sinn. ich sage ihr, wo und wann sie ihn kennenlernen kann und ich denke, sie werden einander gefallen. mal sehen. ansonsten kann ich ja immer noch kniescheiben zertrümmern. obwohl, ich sollte wohl eher mit dem armen kerl mitleid haben….

aber der post heisst ja “mädchen auslachen”. auf dem rückweg musste ich auf ein tram warten. gleich neben mir zwei mädchen, knapp über zwanzig, unglaublich hübsch, mit knackigen figürchen und unheimlich blasiertem gesichtsausdruck. sie sind sich offenbar so gewohnt, arrogant herumzustehen, dass sie sich nicht einmal miteinander unterhalten können. sie werfen mir einen derart herablassenden blick zu (ich hab dich gesehen, aber du wirst mich niemals besitzen), dass ich in lautes lachen ausbrechen muss. noch minuten später kichere ich vor mich hin.

ich hab selten so verunsicherte junge frauen gesehen. das war mein highlight des tages. die kleine rache dafür, dass ich als sehr junger kerl wegen genau solchen frauen immer total verunsichert war..

meine nichte: (wenn ich mit ihr unterwegs bin, ist mein herz voller stolz und meine hand um einen stock gelegt, mit dem ich die sabberer auf distanz halte) :)

auf anfrage nachgereicht:bild vom knüppel

flirten mit redder V

wir sind nach den ersten vier teilen bei teil fünf angelangt. eigentlich wäre jetzt die fortsetzung vom bar-flirten auf dem programm, aber das wetter schreit nach einem intensivkurs “flirten in der sonne”.

ok, hier erst mal die dinge, die du im sommer solltest:

1. falls du turnschuhe bei über 25 grad turnschuhe trägst, zieh sie nicht aus.

2. trag keine muscle-shirts

3. halte dich beim bier zurück

4. “weniger ist mehr” gilt nicht für badehosen, strings sind ein “üüüääärks”

5. sonnenbrillen sind zwar ungeheuer kuul, aber eben nur wenn du unsicher bist. ein mann kann den frauen in die augen schauen.

6. pose nicht, schmiere dich nicht demonstrativ mit sonnecreme ein

7. versuch wenigstens, deine augen ab und zu vom bikini zum gesicht deines gegenübers zu bewegen. frauen haben nicht das gefühl, dass du ihre figur bewunderst. wenn sie dich nicht mögen, denken sie, du seist ein geiles schwein. wenn sie dich mögen, schämen sie sich für fettpölsterchen, die kein schwein je bemerkt.

8. kein nasspritzen, wenn du ins wasser springst. frauen mögen zwar das kindliche im mann, aber idioten, die sie nassmachen, wenn sie in der hitze braten, haben keine chance.

9. versuch dich auf eine person zu konzentrieren. mit einer frau in der badi zu hängen und jedem bikini hinterher zu schauen, können sich nur sehr wenige männer leisten.

10. halt dich von eingebildeten szene-griiten fern. die sehen manchmal zwar gut aus, sind aber so auf ihr image bedacht, dass sie selbst im bett noch das gefühl haben, vor der kamera zu stehen.

to do:

1. flirten braucht zeit. wir beginnen wieder bei den basics. setz dich hin, leere deinen kopf. dann lass dein gegenüber auf dich wirken. nimm weder dich, die situation noch dein gegenüber zu ernst.

2. nimm blickkontakt auf. wieder haben wir erst den etwas verunsicherten, aber schelmischen blick. und bei fortgeschrittenem austausch, darfst du auch mal deine augen über den körper wandern lassen. behalte aber die zunge im mund. und versteck deine augen nicht hinter der sonnebrille. lass dir anmerken, dass du magst, was du siehst, ohne vulgär zu sein.

3. in der badi oder am see oder fluss ist es am besten, wenn du alleine bist. lies dein buch, schreib irgendwas oder arbeite am kleinen laptop. lass immer mal wieder den blick schweifen. das gleichegewicht zwischen eigenen zeugs und interesse an der angebeteten ist von ungeheurer wichtigkeit. glotzt du die ganze zeit, wird sie verängstigt oder wütend. schaust du überhaupt nicht, hält sie dich für einen ariganten arsch. immer die balance bedenken :)

4. kleine gesten: wenn du dir was zu trinken holst, frag, ob du ihr (ihnen) auch gleich was mitbringen sollst. keinesfalls birng einfach etwas mit, das ist aufdringlich. leih dir die zeitung aus und bedank dich artig, auch wenn dich das käseblatt nicht di bohne interessiert.

5. schau was sie liest. bei einem buch, schmunzle über den titel. bei einer zeitschrift, runzle die stirn. wenn du keine ahnung hast, weas sie da liest, google mit deinem handy, damit du nicht wie ein völliger analphabet dastehst. wenn du sie dann mit deinem wissen beeindruckt hast, gestehe, dass du aus interesse an ihr den autor gegoogelt hast.

6. achte auf die temperatur. wenn du erkennst, dass es ihr zu heiss wird, hole einen sonnenschirm oder fordere sie auf, in den schatten zu wechseln. wenn du dir nicht sicher bist, FRAGE einfach nach befinden und bedürfnis. fragen ist in den meisten zweifelsfällen von unglaublicher wirkung. meistens kriegt man ne antwort, und man steht selbst nicht als klugscheisser da.

7. lass deine griffel bei dir. kein grabschen udn tatschen. einzige ausnahme: im wasser herumtollen. wasser ist verspielt. du darfst sie anspritzen, wenn sie bereits nass ist, aber niemals, wenn sie unterwegs ins wasser ist. heir darfst du auch beim schwimmen etwas angeben und ein wenig posen. aber immer mit einem augenzwinkern.

8. wenn ihr aus dem wasser kommt, halte ihr ein tuch hin, bevor du dich selber trocknest.

9. du darfst ihr eine eiskalte hand auf den rücken legen, wenn du aus dem wasser kommst und sie am dösen ist.

10. sag ihr, dass du dich unheimlich freuen würdest, sie wieder zu sehen. frag nicht nach der nummer, frag, wann ihr euch wiederseht. wenn sie dann sagt,” wir können ja telefonieren”, kannst du immer noch nach der nummer fragen. meistens heisst das aber, du hast was falsch gemacht….

so. soviel zum sommer.

nasenbluten

nach meinem anstrengenden tag gehe ich gerne ein paar schritte zu fuss und setz mich an den see.

gestern auch, aber natürlich war entspannen unmöglich. ich hab euch ja mein leid mit sommer und all den röckchen und beinen und so schon einige male geklagt.

also, ich ohrstöpsel rein, buch hervorgekramt und mich auf eine bank gesetzt, ohne mich umzuschauen. und siehe da, mein kismet führt mich auf eine bank, auf der bereits eine frau sitzt. nach einigen sekunden schaue ich auf und sehe…

ein riesiges vollgeblutetes taschentuch. die arme frau neben mir scheint gerade zu verbluten. sie drückt sich ein taschentuch ins gesicht und schaut etwas hilflos aus. natürlich frage ich sie, ob ich helfen kann. und sie bittet mich um ein taschentuch, weil das zur zeit gebrauchte langsam keine kapazität mehr habe. ich renne los, kaufe zwei päckchen taschentücher und eine flasche kaltes wasser. wieder zurück blickt mich eine sehr dankbare und gutaussehnde junge frau an. das nasenbluten hat inzwischen nachgelassen und so sehe ich ihr gesicht ohne taschentuch. sie ist ziemlich hübsch, etwa um die dreissig und sie spricht wienerisch eingefärbtes deutsch. sie schaut noch etwas misstrauisch, aber wir unterhalten uns ganz nett.

naja, eigentlich übertrete ich meine sämtlichen flirtregeln, gebe an, protze und versuche kuul zu wirken. sie scheints nicht zu stören. offenbar ist man als (hoch)deutschsprachige in der schweiz froh um jeden sozialen kontakt. sie habe eine halbe stunde mit nasenbluten dagesessen und niemand habe ihr auch nur hilfe angeboten…..

naja, langer rede kurzer sinn: ich hab mich beherrscht. keine nummern ausgetauscht, keine “unbewussten” leichte berührungen ihrer hand. ganz brav.

wir spazieren zusammen am see entlang und verabschieden uns, um auf verschiedene trams zu gehen.

die moral: heute kann ichs kaum erwarten, mich mit meinem buch an den see zu setzen, bevor ich nach hause gehe. vielleicht treffe ich die nette junge dame gaaaanz per zufall. (ähm, falls sie das liest, dritte bank vom bellevue :))

ups!

wie kann man einen paket- und expresslieferdienst nur “ups” nennen. das ist in etwa so wie “hoppla” oder “ui nei”….

abschlussexamen für zürcher

so, ihr habt den anfängerkurs besucht, habt das bootcamp bestanden, jetzt wollen wir sehen, ob ihr in zürich als zürcher durchgehen würdet. beantwortet die untenstehenden zehn fragen und vergleicht sie am schluss mit den untenstehenden antworten.

1. es ist samstag abend, du gehst in den ausgang. was musst du bedenken?

2. sommer, es ist heiss, wohin gehst du baden?

3. eine unheimlich wichtige vernissage von einem echten zürcher szene-künstler, du bist eingeladen. was ziehst du an?

4. du suchst ne neue wohnung, in welchem quartier lässt du dich nieder?

5. du frühstückst auswärts, die hübsche bedienung fragt, was du zum frühstück trinken willst. was antwortest du?

6. du bist kreativ. was machst du als echter zürcher, malst du, machst du musik oder schreibst du?

7. du bist auf partnersuche. was ist das wichtigste an deinem neuen partner?

8. du bist in london in einem club. woran erkennst du die anderen zürcher?

9. es ist streetparade, die teuersten djs aus aller welt spielen in den zürchern clubs. wohin gehst du?

10. wo endet zürich?

das alles ist zürich:

1.:es ist samstag. wir gehen samstags nicht in den ausgang, da sind die ganzen provinzler auf der strasse, tz.

2.: egal, solange du nicht in den letten, das mythenquai oder in die badi enge gehst. wieso? weil die ganzen provinler jetzt da hängen.

3. du bist jetzt zürcher. egal wohin du gehst, egal, was du anziehst, es ist bereits kuul, weil DU es trägst. du kannst in alter unterwäsche gehen, als zürcher trägst du sie mit einer selbstverständlichkeit, dass du stilikone bist.

4. egal. siehe punkt drei.

5. du trinkst keinen latte macchiato.

6. tztztz, du machst musik, malst und schreibst. leider bist du zur zeit so beschäftigt, dass deine projekte ein wenig zu kurz kommen. zudem hat dein zen-sensei dir eine kreative pause nahegelegt.

7. das wichtigste an deinem neuen partner/in ist, dass sie mit DIr zusammen ist. wer immer es ist, durch die verbindung zu dir ist sie/er über jede kritik erhaben. ausser natürlich über deine…

8. du erkennst den anderen zürcher daran, dass er fast so kuul ist wie du. alle anderen sind irgendwie naja, du weisst schon, eben nicht zürcher.

9. streetparade ist eines der wenigen ereignisse, währenddessen wir zürcher auf dem land sein sollten. irgendwo mit natur und bäumen und tieren und all dem scheiss.

10. zürich endet nicht. zürich findet immer genau zehn meter um dich herum statt. du bist zürich.

willst du wissen, wie du abgeschnitten hast? dann bist du durchgefallen. als zürcher bestimmst du, was zürich ist und was nicht. du lässt dir nicht mal von einem anderen zürcher sagen, ob das in ordnung ist.

so, wir haben diese zürich-sache nun abgeschlossen und ich kann mich wieder vernünftigen themen widmen :)

schwul oder euro 08?

eine befreundete bloggerin wollte wissen, wieso ich nicht schwul sei, obwohl ich mich weder für sport noch für autos interessiere.

naja, sport hat mich nie interessiert. ich hab etwas kampfsport gemacht, bin ein ziemlich guter schwimmer, aber die ganze wettkampfscheisse war mir immer ziemlich egal. wahrscheinlich muss jemand, der so gut ist, wie ich, keinen sportlichen ehrgeiz entwickeln. :D

zudem waren zu meiner schulzeit nur die mainstream-langweiler in fussballclubs. fussball hat für mich immer alles verkörpert, was ich nicht sein wollte: teil eines vereins. grölende masse, macho, uniformiert, einen trainer haben, der mir sagt, was richtig ist. dieses ganze pseudo-militärische gemeinschaftsgefühl. alles dinge, auf die ich gerne verzichte. ich war anders und ich wollte auch um jeden preis anders bleiben. obwohl ich heute gerne in WM oder EM-bars gehe, um meine umgebung mit fragen wie: was ist nochmal abseits? oder: wieso hat jetzt der gepfiffen?, zur weissglut zu bringen.

autofahren hat mir immer angst gemacht. nicht angst um mich. ich kann wahrscheinlich eher damit leben, mich selber in einen rollstuhl gebracht zu haben, als wenn ich damit klar kommen müsste, jemand anderen schwer verletzt zu haben. ich finde autos gefährlich. auf autos sollten warnhinweise angebracht werden “Autofahren ist tödlich” oder “Autofahren kann sie und ihre Mitmenschen in blutiges Mus verwandeln”. zudem verbrennen autos die energie, die unsere kinder zum heizen bräuchten.

aber das war ja nicht der interessante teil der frage, hehe. wieso ich nicht schwul bin? hm, ich hab eigentlich keine ahnung. ich war in den neunzigern mal in einen mann verliebt und habe eine schwule beziehung gelebt. aber irgendwie war mir das zu eng. die schwule gemeinschaft damals unterschied sich nicht wirklich von der bürgerlichen. die dogmen waren anders, aber es waren immer noch dogmen. was man tun durfte und was nicht.

ausserdem finde ich es ungemein einseitig, sich über seine sexualität zu definieren, das grenzt die möglichkeiten drastisch ein. insofern finde ich den auspruch “ich bin schwul, na und?” eigentlich recht befreiend.

einige meiner lesbischen freundinnen haben auch immer noch die tendenz, sich über das männliche geschlecht zu definieren. entweder positiv (was die können, können wir besser) oder negativ (männer sind alles kranke schweine, so wie die wollen wir nicht sein, das brauchen wir nicht).

nun ja, ich bin in erster linie nicht schwul, weil ich von weiblichen körpern ungemein fasziniert bin und weil ich mich meistens in frauen verliebe. aber bin ich deswegen hetero? oder bi? wisst ihr was? mir ist es wirklich ziemlich egal. solange ich mir die fähigkeit erhalte, IRGENDJEMANDEN zu lieben, ist alles ok. da brauch ich wirklich keine bezeichnung für….

sieht doch ganz schön aus, nicht?

besichtigungstermin

stadt zürich, in einer grossen wohnung, relativ günstig (zürcher verhältnisse), vier zimmer, balkon, parkett. ein pärchen um die dreissig auf besichtigungstermin.

vermieterin: schön, dass sie da sind. normalerweise machen wir keine einzelnen besichtgungstermine, da kämen wir ja nirgens hin. aber sie sind ja freunde der vormieter…..

er: ja, herzlichen dank

sie: ja, es wird auch immer schwieriger, etwas vernünftiges zu finden, und wenn man mit 100 anderen besichtigt verliert man irgendwie den mut.

er: (steht in der küche) booaa, ein neuer geschirrspühler, ein “fettweg 2000″. da könnte ich sogar mein fahrrad reinstellen.

sie: hm, die fenster sind etwas klein in der küche

er: .oO(fenster? in der küche?)

sie: lass uns mal die zimmer anschauen

er: (im schlafzimmer) bett passt rein, und es hat ne tür, sieht gar nicht schlecht aus, sogar zwei steckdosen, da kann ich wlan und n flachbildschirm im schlafzimmer haben, ohne den ganzen kabelsalat.

sie: ja, aber hier haben wir morgensonne. das wird im sommer immer so heiss und am wochenende kann ich dann nicht ausschlafen.

er: (morgensonne?)

sie: und schau dir den parkettboden an, da haben sie geflickt. die neuen stücke sind viel heller als die alten.

vermieterin: ja, da haben wir einige schäden repariert, aber das gleicht sich mit der zeit wieder aus.

sie gehen durch die räume, sie mäkelt da, kritisiert dort. er hat geistig schon lange abgehängt. die wohnung hat eine tür, einen geschirrspühler, strom und einen kabelanschluss. er würde gleich einziehen.

vermieterin (hat bereits die formulare in der hand): und, was denken sie?

er will gerade zusagen…

sie: ähm, wir werden es uns überlegen. wir melden uns bei ihnen.

wieder draussen

er: spinnst du? die wohnung war doch voll ok?

sie: hast du die mintfarbenen kacheln im badezimmer nicht gesehen? das geht doch gar nicht. und im schlafzimmer hat unser wandschrank kein platz.

er: wandschrank? wir haben keinen wandschrank!

sie: ja, aber ich hab letztens einen gesehen, der zu unserem neuen bett passen würde.

er: neues bett? aber… ach, lass mich raten: du hast letztens eins gesehen.

sie: (jetzt ganz anhänglich) jau, weisst du, ich dachte, wenn wir dann die neue wohnung haben…….

er: ja, aber wir HABEN keine neue wohnung.

sie: ja, diese wohnungsknappheit treibt mich noch in die verzweiflung…

neue wohnung, neue lebensversicherung, neuer hund und zwei kinder:

flirten mit redder IV

ok, männer, jetzt wirds wirklich ernst. nachdem wir in den bisherigen teilen einige grundsätze festgelegt haben und bereits unser glück im cafe versucht haben, drehen wir jetzt auf. wir gehen in eine bar.

zen oder die kunst eine bar zu besuchen:

einzeln oder in gruppen?

wenn du alleine in eine bar gehst, ist es von vorteil, wenn du ein profilneurotiker und narzist bist. selbstsicherheit ist dabei ein muss.

wenn du mit freunden gehst, geht mindestens zu dritt. zwei männer in einer bar wirken, als ob sie auf der jagd wären. drei männer in einer bar sind ein freundestreffen.

falls du irgendwann mal eine frau alleine in einer bar antreffen solltest, mach ein foto. damit wirst du reich. ist genau so selten wie ein Yeti. frauen, die alleine in bars gehen, haben entweder kummer oder wollen ihren kummer vergessen. oder sie wollen einfach bestätigt bekommen, was wir männer für schweine sind. sprich sie ruhig an, hör zu und nicke im zweiminutentakt verständnisvoll. wenn sie genug getrunken hat, dass ihr kopf auf dem bierdeckel liegt, bestell ihr ein taxi, steck ihr deine visitenkarte in die tasche und lass sie nach hause fahren. bezahl das taxi reichlich. vielleicht hast du sie überzeugt, dass nicht alle männer schweine sind und sie ruft dich an.

zwei frauen in einer bar suchen nach bestätigung. sie wollen wieder mal einen draufmachen, flirten, sich attraktiv fühlen und dieses gefühl alleine in ihr bett nehmen. da gibts nettes lächeln, viel alkohol, freche sprüche und eine einsame nacht. sie wird ihre freundin nicht alleine nach hause gehen lassen. zudem ist das ziel eines zwei-frauen-abends nicht, jemandem nahe zu kommen, sondern zu spielen. sie wird dich weder mit nach hause nehmen, noch später anrufen, da sie sich für den übermässigen kontrollverlust schämt.

gruppen von mehr als vier frauen sind gefährlich. die ausgelassenheit kann überhand nehmen und du wirst dich mit einer frau in einer fremden wohnung wiederfinden. ha, vergiss es: wahrscheinlich wird sie wegen des übermässigen alkoholkonsums mitten im ersten kuss plötzlich hysterisch weinen, weil ihr gerade ihr exmann oder ihr verstorbener spaniel in den sinn kommt. danach darfst du ihr den rücken streicheln, während sie sich zwischen schluchzern ins klo übergibt. schliesslich schläft sie schnarchend mit einem wirklich teuren schuh an ihrem zierlichen füsschen ein. in dir kämpft der gentleman mit dem schweinehund, der situation ausnutzen will. vergiss es, das macht keinen spass und führt direkt in die männerhölle. auch sie wird dich nur anrufen, um sich zu entschuldigen.

auch hier ist die magische zahl drei. drei frauen führen spannende unterhaltungen und haben trotzdem noch zeit, den blick schweifen zu lassen. sie werden sich gegenseitig anstupfen, um auf attraktive männer aufmerksam zu machen. sie fühlen sich sicher und aber nicht so sicher, dass sie das mass verlieren. hier kannst du hin und wieder ein lächeln und einen netten blick hinschicken.

was trinken?

die erste regel ist: wenig oder gar nichts. die zweite regel ist: understatement. bier oder einen unauffälligen weissen drink wie vodka lemon oder gin tonic. keine braunen sachen wie whiskey oder cognac. nichts mit salz- oder zuckerrand. keine ausgefallenen bunten sachen oder komplizierte dinger um mondän zu wirken.

am besten ist immer noch ein bier oder ein schweppes. so behälst du die kontrolle und weisst, mit wem du am nächsten morgen aufwachen wirst.

so weit, so gut, wir sind in den startlöchern. den zweiten teil zum barbesuch gibts bald auf diesem kanal…

1. mai, genossen!

einmal im jahr treffe ich meine alten genossen aus der besetzerszene, die wilden revoluzzer von damals, inzwischen gemässigte sozialdemokraten, die das herz links tragen und die geldbörse rechts. den rücken vom alter und den autositzen schon ein wenig gebeugt, aber die gesinnung wenigstens einmal im jahr noch aufrecht, die faust mit den ehe- und siegelringen zum arbeitergruss geballt. der sogenannte graue block, sozusagen.

die frauen stossen demo-taugliche, dreirädrige, schweineteure panzerkinderwagen vor sich her, die männer haben sich extra zwei tage nicht rasiert. die orginale lederjacke aus den achzigern spannt um den wohlstandsschmer und die doc martens sind etwas verstaubt. man schickt die teenager vor, sollen die doch ihre feuertaufe in tränengas und pflasterstein erleben. selber geht man lieber aufs festgelände auf der kasernenwiese (das ist hier in zürich die wiese, die zur polizeikaserne gehört) und isst einen kebab. der stand der PKK macht immer noch die besten kebabs. mit viel zwiebeln und viel scharf. an all den ständen deckt man sich mit revolutionärer literatur über alle üblen länder und deren fiesen kapitalistischen herrscher ein. und über das reich des bösen, die USA. (naja, eigentlich sind die amis nicht böse. sie sind nur etwas blöd.) das macht sich gut in der bibliothek, ist aber leider etwas langatmig, um wirklich gelesen zu werden. dann trifft man die alten genossen und schwelgt in erinnerungen. jedes in ehren empfangene gummigeschoss wird lobend erwähnt…

leute, ich bin auch einer von denen. ich mache ja schliesslich boulevard-journalismus, heute muss ich sogar arbeiten, bilder der zu erwartenden krawalle müssen dem leser ja zugänglich gemacht werden.

aber ich hab glück gehabt. das eigentlichE tradtionelle zürcher 1. maifest findet morgen statt. weil, so die stadtverwaltung, vielleicht weniger kaputtgeht, wenn fest und demo icht am selben tag stattfinden. als ich noch zum schwarzen block gehörte, hätte ich mir zu so einer idee gedacht: goil, gleich zwie tage für randale!

aber zurück zum verrat an den alten idealen. irgendwer hat mal gesagt, wenn du mit zwanzig kein revolutionär bist, hast du kein herz. wenn du mit vierzig noch immer revolutionär bist, kein hirn. und marx war ein excellenter denker und theoretiker, aber von menschen hatte er keine ahnung. lenin hingegen kannte den menschen sehr gut, hatte aber von integrität keine ahnung. naja, waren eben auch nur menschen…

der richtige verrat, den ich verübe, liegt aber nicht etwa im loslassen der alten linken dogmen, sondern in der pressesprecherin der Stadtpolizei Zürich. die frau hödl. die ist voll scharf. ich versuch jedesmal, sie an den draht zu bekommen, wenn ich mit denen zu tun habe. der andere, der cortesi, ist ein langweiler. also flirte ich immer mal wieder mit frau hödl. meine genossen würden mich wohl standrechtlich erschiessen, wenn sie nicht gerade ihre s-klasse waschen oder steuern hinterziehen müssten.

aber wenn ich ehrlich bin, schlägt mein herz noch immer im rot der kommunisten und im schwarz der anarchisten. wenigstens eine utopie braucht der mensch..

in diesem sinne:

hoch die internationale dingsda

gleich zwei filmchen zum thema:

und

prostitution

nach meinem letzten post wurde ich von einigen lesern gefragt (auf ganz privatem weg), wie ich denn zur prostitution stehe. nun, meine einzige erfahrung zeigte, dass ich eben nicht zu prostitution stehe, da häng ich irgendwie…

naja, ich hatte vor ungefähr zehn jahren meinen versuch. natürlich war das für mich ein abenteuer, da bezahlter sex für mich etwas total amoralisches hatte. jetzt weiss ich natürlich, dass nur mein ego zu gross war, um mir einzugestehen, dass ich für sex bezahlen könnte. egal.

ich ging also zu dieser dame. nicht direkt. zuerst holte ich mir jede menge drogen, um mir mut zu machen. in ihrem zimmer mühte sie sich dann etwa eine halbe stunde ab, aber von mir kam keine nennenswerte reaktion. beschämt und frustriert bezahlte ich den vereinbarten preis und legte noch ein trinkgeld für den einfühlsamen umgang dazu.

wenn ich ehrlich bin, wär ich ein klassischer hurenretter. prostituierte rühren etwas in mir, das jegliche sexualität unmöglich macht. ich glaube, dass sind überreste meiner feministischen erziehung der 70er. der freier ist der arsch und die nutte das opfer. so seh ich das noch immer, tief emotional gefärbt und überhaupt nicht objektiv.

zudem hab ich auch einige prostituierte oder ex-prostituierte in meinem freundeskreis, und mit denen zu schlafen hat mir bisher keine mühe gemacht. :)

und überhaupt, wenn es mich denn einmal überkommen sollte, würde ich zu meinem cousin gehen, der will schon lange ein bordell eröffnen, und da hätte ich dann mengenrabatt. nette familie, nicht? :)

geht gar nicht: bezahlen